Lösungen für eine neuartige Integration von Produktdesign 

in den Produktentwicklungsprozess der Investitionsgüterbranche 

 
 

 

 

Forschungsprojekt gefördert im Rahmen der Ausschreibung "Wertschöpfungsfaktor: Industrial Design" 
durch Mittel der Stiftung Industrieforschung  
Weshalb dieses Forschungsprojekt?

Über die wirtschaftliche Bedeutung der Forschungsergebnisse

Die Fähigkeit zu Innovationen wird laut einer Rede von Bundespräsident Roman Herzog aus dem Jahre 1997 über unser Schicksal in Deutschland entscheiden. Innovationen können durch vielfältige Maßnahmen ermöglicht werden. Die Konsumgüterbranche hat bereits eindeutig bewiesen, dass Produkte, die eine harmonische Symbiose aus Design und Funktionalität aufweisen, nicht nur innovativ, sondern auch wirtschaftlich sehr erfolgreich sein können.

Mit den Ergebnissen aus dem laufenden Forschungsprojekt wird es möglich sein, die Bedeutung von Produktdesign auch im Bewusstsein der heute noch sehr stark funktionsorientierten Investitionsgüterbranche zu verankern. Damit kann es gelingen, die Innovationskraft der kleinen und mittleren Unternehmen der Investitionsgüterindustrie zu steigern und den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
 
Problemstellung

Design und Konstruktion sind bekanntermaßen Schlüsselelemente in der Produktentwicklung von Konsum- und Investitionsgütern. Gerade im Investitionsgüterbereich nimmt die Bedeutung des Designs ständig zu, bedingt durch den zunehmenden Zwang zur Differenzierung, aber auch durch die zunehmende Produktkomplexität. Beide Disziplinen arbeiten simultan am gleichen Entwicklungsprozess, dennoch ist häufig zu beobachten, dass es zu großen Abstimmungs- und Verständnisproblemen der beteiligten Entwicklungspartner – Designern und Konstrukteuren – kommt. Diese Abstimmungs- und Verständnisprobleme führen dazu, dass die Entwicklungskosten steigen, die Zeit bis zur Markteinführung länger wird und das Produkt am Ende doch nicht die Merkmalskombination ausweist, die der Markt fordert.

Trotz des steigenden Bewusstseins um die Chancen einer interdisziplinären Produktentwicklung laufen die Prozesse parallel, aber nicht synchron, und schon gar nicht mit einer gemeinsamen, zum Ziel führenden Strategie. Selbst in designorientierten Unternehmen, beispielsweise in der Automobilindustrie, treten diese beiden Kompetenzfelder häufig eher als Gegner, seltener als Entwicklungspartner auf.

In der Vergangenheit sind die Produktentwicklungsstrategien beider Disziplinen parallel entwickelt worden. Obwohl oftmals die gleichen Werkzeuge und Methoden Verwendung finden, laufen die Prozesse oft vollkommen unterschiedlich und vor allem mit unterschiedlicher Zielsetzung ab. Dieser Aspekt scheint seine Wurzeln in der unterschiedlichen Ausgangssituation der Ingenieurwissenschaften und der Designdisziplinen zu liegen. Designer haben einen deutlich emotionaleren und lateraleren Entwicklungsansatz als den stringenten, rationalen Konstruktionsansatz der Ingenieurwissenschaften. Das vermeintliche Bild in der Öffentlichkeit zeigt den Gestalter als frei denkenden Generalisten, den Konstrukteur als effizienten Spezialisten.

Die beschriebene Situation führt dazu, dass insbesondere stark ingenieurwissenschaftlich geprägte Investitionsgüterhersteller davor zurückschrecken, Design intensiver zu nutzen, um sich so Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Deshalb ist ein gemeinsamer wissenschaftlicher Lösungsansatz beider Disziplinen – Design- und Ingenieurwissenschaften – dringend geboten.

Zielsetzung des Forschungsprojekts

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, die heutigen Hemmnisse einer unternehmenszielorientierten Zusammenarbeit von Produktentwicklern und Designern insbesondere in der Investitionsgüterbranche zu identifizieren, zu evaluieren und Lösungsmöglichkeiten für den Abbau dieser Hemmnisse aufzuzeigen.
Vier Untersuchungsebenen sollen als strategische Ansatzpunkte für das Spannungsfeld zwischen Entwicklung und Design dienen:

Ebene 1: Neuartige Methoden und Verfahren für eine integrierte Zusammenarbeit von Designer und Ingenieur.

Ebene 2: Traditionelle Konflikte und deren Beseitigung in der Zusammenarbeit von Designern und Ingenieuren.

Ebene 3: Verankerung der Design-Philosophie im Unternehmen.

Ebene 4: Change Management auf dem Wege zu einem designorientierten Unternehmen.

Auf allen vier Ebenen sind in der heutigen Investitionsgüterindustrie Defizite vorhanden – je nach Unternehmensart, Unternehmensgröße oder Branche sind diese Defizite unterschiedlich ausgeprägt.

Das Forschungsprojekt wird auf Basis einer durchgeführten, empirischen Studie diese Defizite identifizieren und praktische Umsetzungsmaßnahmen für eine erfolgreiche integrierte Produktentwicklung aufzeigen.

Projektteam

Wissenschaftlicher Leiter
Prof. Dr. Rupert Zang
Wissenschaftlicher Leiter
Prof. Jürgen Goos
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Barbara Gröbe

Der Mittelgeber

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