EINBLIK in die Klimarelevanz von Wertschöpfungsketten
Ergebnisse des Forschungsprojekts in Berlin vorgestellt
Erfolgreich abgeschlossen hat die Hochschule Pforzheim ein Forschungsprojekt namens EINBLIK, mit dem die Bedeutung von Wertschöpfungsketten für die klimarelevanten Kohlendioxidemissionen untersucht wurde. Denn viele Emissionen entstehen gar nicht mehr beim Hersteller der Produkte, sondern – oft im Ausland – bei seinen Lieferanten, die deshalb bei der Bilanz mitberücksichtigt werden müssen. Die Ermittlung dieser Emissionen ist dann aufwendig und kostspielig.
Der Pforzheimer Professor Mario Schmidt lieferte für das Problem nun eine Lösung, wie solche Bilanzen einfach und kostengünstig erstellt werden können: Jedes Unternehmen, das Teil in der globalen Wertschöpfungskette ist, muss eine einzige Zahl ausrechnen und weiterreichen. Sie ist so etwas wie der Emissionsrucksack seiner gesamten Produkte: die Emissionen bezogen auf den Wert der produzierten Güter. Diese Zahl kann jedes Jahr aktualisiert werden – etwa im Zuge der Unternehmensbilanzen. Damit wird eine Lieferantenbewertung möglich, bei der die klimafreundlichsten Lieferanten ausgewählt werden können – über die gesamte Lieferkette hinweg.
„Wir brauchen zum Schutz des Klimas nicht nur neue innovative Technologien, sondern wir müssen den Unternehmen auch Informationen und Methoden bieten, mit denen sie die richtigen Entscheidungen treffen können," meint Schmidt, der an der Fakultät für Wirtschaft und Recht lehrt.
Die Ergebnisse wurden jetzt auf einer großen Konferenz des Bundesforschungsministeriums (BMBF) in Berlin „Klimazwei – Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" vorgestellt. Im Juni widmet die deutsche Fachzeitschrift Umweltwirtschaftsforum ein ganzes Schwerpunktheft dem Thema und lässt neben den Wissenschaftlern auch die Praxispartner aus den Konzernen Volkswagen und Otto sowie externe Umweltexperten der Beratungsfirmen PricewaterhouseCoopers und DEKRA zu Wort kommen.

Diskussion der Forschungsergebnisse auf der „Klimazwei-Tagung" des Bundesforschungsministeriums in Berlin. Mit dabei Professor Mario Schmidt aus Pforzheim (2.v.r.)
Das Projekt wurde zusammen mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Braunschweig mit finanzieller Förderung des BMBF durchgeführt und baut auf einer Idee der Pforzheimer Forscher auf. Die sehen in ihrer Klima-Kennzahl auch interessante ökonomische Informationen für die Unternehmen. Denn ein hoher Wert ist gleichbedeutend mit einem hohen Einsatz fossiler Energie in der Lieferantenkette: Damit aber setzt sich ein Unternehmen in der Zukunft einem wachsenden Preisrisiko aus. Das ursprünglich ökologisch motivierte Forschungsthema bekommt somit auch eine große ökonomische Bedeutung für die Unternehmen.
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